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News der Woche

Diese Woche diskutieren wir in Episode 84 über die folgenden News aus dem Startup und VC-Ökosystem:

Rekord-Finanzierungen stärken Europas Quantum-Position - Europas Quantum-Computing-Sektor verzeichnet 2025 ein Rekordjahr: Laut PitchBook flossen €1.5 Mrd. in europäische Startups – ein Plus von 170% gegenüber dem Vorjahr. Treiber sind technologische Durchbrüche, wachsende staatliche Förderung und neue spezialisierte Fonds wie Quantonation (€220 Mio.) und 55 North (Ziel: €300 Mio.). Mit IQM entstand 2025 Europas erstes Quantum-Unicorn; Pasqal könnte folgen. Parallel mobilisiert die EU über €11 Mrd. an öffentlichen Mitteln. Exits wie die Übernahme von Oxford Ionics durch IonQ verstärken das Investoreninteresse – Europa positioniert sich strategisch im globalen Quantum-Rennen. (Pitchbook)

AI-Boom verwässert Investor-Loyalität im VC-Markt - Im Zuge der Mega-Finanzierungen von OpenAI (geplante $100 Mrd. Runde) und Anthropic ($30 Mrd.) zeigt sich ein Bruch mit einem traditionellen VC-Prinzip: Exklusivität. Mindestens ein Dutzend Investoren – darunter Founders Fund, Insight Partners und Sequoia Capital – sind in beide direkten Wettbewerber investiert. Während Hedgefonds solche Parallelwetten kennen, galt im Venture-Bereich bislang stärkere „Founder Loyalty“, insbesondere bei Board-Sitzen und vertraulichen Informationen. Doch angesichts historisch hoher Kapitalbedarfe im AI-Sektor verschwimmen die Grenzen. Für Gründer werden klare Conflict-of-Interest-Regeln bei Term Sheets damit zunehmend wichtiger. (TechCrunch)

Rekord bei Startup-Liquidationen – Höhepunkt 2025 erreicht? - 2025 mussten in der Schweiz 158 Startups liquidiert werden – ein neuer Höchststand und das dritte Anstiegsjahr in Folge (2024: 147, 2023: 118). Besonders betroffen waren VC-finanzierte und spätere Phasen: 58 finanzierte Startups gingen 2025 in Konkurs, zudem traf es erstmals zwei Unternehmen mit mehr als sechs Finanzierungsrunden. Treiber sind die Finanzierungskrise 2023/24 und eine Marktbereinigung der stark gewachsenen Jahrgänge 2019–2021. Kapitalintensive Sektoren wie Biotech, Hardware und Cleantech verzeichneten deutliche Anstiege, während ICT nur moderat zulegte. Erste Anzeichen sprechen für eine Stabilisierung: Laut Swiss Venture Capital Report 2026 ist das Investitionsvolumen wieder auf 2021-Niveau-Kurs, die Liquidationskurve flacht ab. (Startupticker)

Quote der Woche:

“The pace of innovation in AI right now is truly hard to understand.”

Robert Nelsen, founder of ARCH Venture Partners

Schwerpunktthema - Soll der Staat als Risikokapitalgeber auftreten?

In dieser Folge von Burn Rate diskutieren wir eine zentrale Frage der Schweizer Innovationspolitik: Soll der Staat als Risikokapitalgeber auftreten, um Startups in der Wachstumsphase zu finanzieren? Ausgangspunkt ist eine Studie von Avenir Suisse, die argumentiert, dass es kein klares Marktversagen gebe, das staatliche VC-Fonds rechtfertigt. Zwar gehen viele Scale-ups für grosse Finanzierungsrunden ins Ausland, doch die VC-Investitionen sind in den letzten zehn Jahren auf rund 3 Milliarden Franken jährlich gestiegen. Nur etwa 5% der Startups verlegen ihren Hauptsitz ins Ausland, internationale Investoren bringen zudem Netzwerke und Marktzugang.

Gleichzeitig bleibt die Skalierungslücke ein Thema: Die Schweiz investiert rund 0.3% des BIP in Venture Capital – weniger als die USA oder Israel. Insbesondere bei grossen Runden fehlen heimische Lead-Investoren. Das hat strategische Konsequenzen, da Governancestrukturen, Exit-Orte und Teile der Wertschöpfung ins Ausland verlagert werden können.

Die Studie warnt vor staatlichen Direktinvestitionen, die private Investoren verdrängen oder politisch verzerrt sein könnten. Erfolgreiche internationale Beispiele zeigen jedoch, dass temporäre, marktorientierte Eingriffe – etwa als Ankerinvestor oder über Fund-of-Funds-Modelle – einen Markt katalysieren können.

Ein möglicher Hebel liegt bei institutionellen Investoren: Schweizer Pensionskassen investieren bisher nur rund 1.5% in Private Equity und VC. Hier könnten regulatorische Anpassungen und geeignete Anlagevehikel helfen, privates Kapital zu mobilisieren.

Die Kernfrage lautet daher nicht „Staat oder Markt?“, sondern: Welche staatliche Rolle stärkt langfristig die Innovationskraft, ohne den Markt zu verzerren?

Wenn du mehr über das Thema erfahren willst, hör jetzt in die Episode rein.

Hörerfrage der Woche - Gründerrollen im Wandel der Scale-up-Phase

In der Episode 84 beantworten wir eine Hörerfrage von Janine aus Frauenfeld: Warum wechseln Gründerinnen und Gründer in der Scale-up-Phase häufig ihre Rolle – und wie bewerten Venture-Capital-Investoren das? Ist es ein Zeichen von Schwäche oder von Reife?

Tatsächlich sind Führungswechsel in Wachstumsphasen keine Seltenheit. Mit zunehmender Unternehmensgrösse verändern sich die Anforderungen fundamental. Aus einem 20-Personen-Startup wird ein internationales Unternehmen mit mehreren Märkten, komplexen Organisationsstrukturen, Reporting-Pflichten und regulatorischen Anforderungen. Der Fokus verschiebt sich von Produktentwicklung und Vision hin zu Skalierung, Governance, Kapitalmarktkommunikation und operativer Exzellenz.

Typische Trigger für einen Rollenwechsel sind drei Faktoren: Erstens die explodierende Komplexität – mehr Mitarbeitende, neue Länder, zusätzliche Produktlinien. Zweitens grössere Finanzierungsrunden, Debt-Strukturen oder IPO-Vorbereitung, die professionelles Reporting und Investor Relations erfordern. Drittens branchenspezifische Regulierung, etwa in Biotech, Aviation oder Fintech, wo erfahrene Operator mit entsprechender Expertise gefragt sind.

Für VCs ist ein solcher Schritt in den meisten Fällen kein Red Flag, sondern ein Zeichen von Professionalisierung – vorausgesetzt, er erfolgt proaktiv und strategisch. Entscheidend ist das „Founder-Stage-Fit“-Denken: Der ideale CEO für die Frühphase ist nicht automatisch die beste Besetzung für Series C oder darüber hinaus. Wenn Gründer selbst erkennen, wo ihr grösster Hebel liegt – etwa als CTO, Chief Product Officer oder Executive Chairman – signalisiert das Selbstreflexion, Company-first-Mindset und Skalierungsfähigkeit.

Founder-Sein ist keine Titelbeschreibung, sondern eine langfristige Rolle im Unternehmen. Bleibt die Vision erhalten und wird operative Exzellenz ergänzt, entsteht oft die stärkste Kombination für nachhaltiges Wachstum.

Transaktionen der Woche

Deals im Fokus der Burn Rate Episode 81:

  • Rapidata – Das Zürcher AI-Startup hat eine USD 8.5 Mio. Seed-Runde abgeschlossen. Die Runde wurde von Canaan Partners und IA Ventures co-geleitet, mit Beteiligung von Acequia Capital und BlueYard. Rapidata entwickelt eine Plattform für skalierbares, globales Human-Feedback, die AI-Teams ermöglicht, Trainings- und Validierungsdaten deutlich schneller und effizienter zu generieren. (Startupticker)

  • Metafuels – Das Zürcher Cleantech-Startup hat eine USD 24 Mio. Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Runde wurde von UVC Partners angeführt, mit Beteiligung von Energy Impact Partners, Contrarian Ventures, RockCreek, Verve Ventures und Fortescue Ventures. Metafuels entwickelt mit „aerobrew“ eine proprietäre Methanol-to-Jet-Technologie zur Herstellung von synthetischem Sustainable Aviation Fuel (SAF) mit bis zu 90 % geringeren Lifecycle-Emissionen. (Startupticker)

  • KA-EX – Das Schweizer Performance-Supplement-Startup hat USD 3.5 Mio. von Mediaforgrowth erhalten. Der US-Investor hatte bereits 2025 USD 3 Mio. investiert und baut sein Engagement nun im Rahmen eines Media-for-Equity-Modells aus. KA-EX entwickelt ein patentiertes Zwei-Phasen-Nahrungsergänzungsmittel zur Reduktion von Cortisol und Verbesserung der Regeneration und will mit dem Kapital das Wachstum in den USA beschleunigen.(Startupticker)

Letzte Woche haben Schweizer Startups und Scale-ups mehr als CHF 22 Mio. via Equity Finanzierungsrunden, Loans, Grants und Awards aufgenommen:

  • L.E.S.S. - USD 22 Mio. Series C

  • CLIMATEX - CHF 3.2 Mio. von Collateral Good sowie bestehenden Investoren.

  • Verretex - CHF 1.2 Mio. an nicht verwässernder und verwässernder Finanzierung.

  • Enerdrape - CHF 0.4 Mio. Darlehen von der Fondation pour l'Innovation Technologique (FIT).

  • Baxiva - CHF 0.15 Mio. von Venture Kick.

  • Bioneris - CHF 0.1 Mio. Darlehen (FIT Boost).

  • Divea - CHF 0.1 Mio. Darlehen (FIT Boost).

  • Nowon - Seed-Investment der österreichischen Verwertungsgesellschaft AKM, Betrag nicht offengelegt.

  • Clee Medical - Seed-Finanzierung von High-Tech Gründerfonds (HTGF), Zürcher Kantonalbank (ZKB), Kickfund, FONGIT, Venture Kick und Wyss Geneva, Betrag nicht offengelegt.

  • STIMIT - Exit durch Übernahme von Hamilton Medical.

  • Kaspar& - Exit durch Übernahme von Liberty Vorsorge AG.

Vielen Dank fürs Lesen!

Wenn du mehr zu den Themen erfahren willst, kannst du direkt in unsere Burn Rate Folge 84 vom 28. Februar 2026 auf Spotify oder Apple Podcasts reinhören. 

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Dein Burn Rate Team

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