Hallo und herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe des Burn Rate Newsletters!
In unserem Newsletter fassen wir die spannendsten Themen und Highlights aus unserem wöchentlichen Podcast sowie eine Liste der Transaktionen der Woche für unsere Community zusammen. Wenn du unsere Arbeit bei Burn Rate nützlich findest, teile den Newsletter gerne in deinem Netzwerk.
Diese Woche hatten wir eine weitere Deals of the Month Episode auf dem Programm. Wir starten jeweils mit einem Market Snapshot mit Rückblick auf die Finanzierungsrunden im Schweizer Startup Ökosystem des letzten Monats. Danach machen wir einen Deep Dive in vier ausgewählte Transaktionen.
Market Snapshot - Die Februar Zahlen im Kontext

Im Februar wurden in der Schweiz rund CHF 100 Mio. in 15 Finanzierungsrunden investiert. Damit liegt das Volumen deutlich unter dem Januar mit knapp CHF 496 Mio. in 19 Runden. Gleichzeitig braucht es eine differenzierte Einordnung: Es gab weitere Finanzierungen, bei denen die Investitionshöhe nicht kommuniziert wurde. Auffällig ist zudem, dass im Februar keine klassische Growth-Runde im grossen Stil verkündet wurde. Dennoch wurden fünf Runden im Bereich zwischen CHF 10 und 20 Mio. abgeschlossen – ein positives Signal für Early-Growth-Finanzierungen. Im Jahresvergleich zeigt sich allerdings ein klarer Rückgang: Im Februar 2025 wurden 24 Deals mit insgesamt CHF 265 Mio. kommuniziert.
Parallel dazu blieb das Ökosystem operativ sehr aktiv. Sowohl ETH Zurich als auch EPFL meldeten ein Rekordjahr bei Spin-offs. Zudem wurde eine neue politische Startup-Agenda der Swiss Startup Association lanciert, und im europäischen Ranking der Startup-Förderorganisationen schnitt die Schweiz erneut stark ab. Auch auf Fondsseite gab es Bewegung: Constructor Capital kommunizierte ein First Closing seines ersten Fonds über USD 110 Mio.
Europaweit zeigte sich der Markt im Februar deutlich dynamischer. Mit rund 431 Finanzierungsrunden und etwa EUR 7 Mrd. investiertem Kapital war es einer der stärkeren Monate der letzten Zeit – rund 56 % mehr Kapital als im Februar 2025. Die größten Deals kamen erneut aus dem AI-Umfeld: Das britische Autonomous-Driving-Unternehmen Wayve sicherte sich eine EUR 1 Mrd. Series D, das Voice-AI-Unternehmen ElevenLabs sammelte USD 423 Mio., und Axelera AI schloss eine USD 250 Mio. Runde für AI-Inference-Chips.
Fazit: Ein schwächerer Monat in der Schweiz beim investierten Kapital, gleichzeitig ein operativ aktives Ökosystem – während Europa weiterhin starke Dynamik bei AI-Infrastruktur und DeepTech zeigt.
Quote der Woche:
“It feels like Europe is really at the cutting edge, very much on the same level as the American companies,”
Rapidata - USD 8.5 Mio. Seed Runde

Rapidata hat eine USD 8.5 Mio. Seed-Runde abgeschlossen, angeführt von Canaan Partners und IA Ventures, mit Beteiligung von Acequia Capital und BlueYard. Das Zürcher Startup adressiert einen zentralen Engpass moderner KI-Systeme: den Zugang zu schnellem und qualitativ hochwertigem menschlichem Feedback für Training, Evaluation und Deployment. Statt klassischer Annotation-Workforces baut Rapidata eine Plattform für „programmierbares Human Judgment“, bei der Feedback-Aufgaben über digitale Kanäle und Consumer-Apps global an Nutzer ausgespielt werden. Ziel ist es, Feedback-Zyklen von Wochen oder Monaten auf Tage oder sogar Stunden zu verkürzen und damit den gesamten Human-in-the-Loop-Workflow moderner AI-Stacks zu beschleunigen.
Rapidata wurde 2023 gegründet und positioniert sich nicht als AI-Application-Startup, sondern als Infrastruktur-Layer für AI-Entwicklung. Die Plattform orchestriert den gesamten Feedback-Loop – von Labeling und Modellvergleich bis zu Preference-Daten und Qualitätskontrolle. Anders als klassische BPO- oder Crowd-Labeling-Modelle versucht Rapidata, menschliches Urteil on-demand verfügbar zu machen, ähnlich wie Cloud-Compute oder eine API.
Mit dem frischen Kapital will Rapidata seine globale Human-Data-Network-Plattform weiter ausbauen. Entscheidend wird nun sein, ob es gelingt, sich als Standard-Infrastruktur für Human Feedback in AI-Workflows zu etablieren – in einem Markt, der mit dem AI-Boom rapide wächst.
Wenn du mehr über Rapidata erfahren willst, hör rein in die Burn Rate Episode 86.
Optiml - EUR 8 Mio. Seed Runde

Optiml hat eine EUR 8 Mio. Seed-Runde abgeschlossen, angeführt von KOMPAS VC und Planet A Ventures, mit Beteiligung von BitStone Capital, The Bau Ventures, Innovation Endeavors und mehreren Business Angels. Das Zürcher ETH-Spin-off entwickelt eine Softwareplattform für Real Estate Decision Intelligence (REDI), die institutionellen Immobilieninvestoren hilft, Investitions-, Sanierungs- und Dekarbonisierungsentscheidungen über ganze Portfolios datenbasiert zu optimieren.
Optiml wurde 2022 als Spin-off der ETH Zurich gegründet. Die Technologie basiert auf mehr als einem Jahrzehnt Forschung in Energie- und Gebäudemodellierung. Die Plattform kombiniert Energiephysik, wirtschaftliche Analysen und regulatorische Anforderungen, um automatisiert Strategien für Gebäudeportfolios zu berechnen. Ziel ist es, komplexe Entscheidungen zu Capex, CO₂-Reduktion und Portfolio-Rendite in eine konsistente Entscheidungslogik zu überführen. Der Markt ist strukturell relevant: Rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der Schweiz stammt aus dem Gebäudesektor, während Investoren gleichzeitig regulatorische Anforderungen, Budgetrestriktionen und Renditeziele erfüllen müssen. Optiml positioniert sich deshalb nicht als klassisches ESG-Reporting-Tool, sondern als Entscheidungssystem für Kapitalallokation im Immobilienbestand.
Operativ zeigt das Unternehmen erste Traktion. Laut eigener Kommunikation erreichte Optiml 2025 über EUR 2 Mio. vertraglich gesicherten ARR. Die Plattform wurde bereits auf Immobilienportfolios im Umfang von über EUR 12 Mrd. angewendet. Zu den öffentlich genannten Kunden zählen unter anderem Empira, Longevity Partners und Westbridge.
Mit der aktuellen Runde steigt das insgesamt aufgenommene Kapital auf über EUR 13 Mio. Mit dem neuen Kapital plant Optiml die internationale Expansion, den Ausbau der Produktfunktionen und die Skalierung seiner Plattform, um REDI als neuen Software-Layer im institutionellen Immobilienmarkt zu etablieren.
Willst du mehr über das Unternehmen erfahren? Dann hör rein in unsere aktuelle Burn-Rate-Folge.
Metafuels - USD 24 Mio. Series A

Metafuels hat eine USD 24 Mio. Finanzierungsrunde abgeschlossen, angeführt von UVC Partners mit Beteiligung von Energy Impact Partners, Contrarian Ventures, RockCreek, Verve Ventures und Fortescue Ventures. Das Zürcher Climate-Tech-Unternehmen entwickelt mit „aerobrew“ eine proprietäre Methanol-to-Jet-Technologie zur Herstellung von synthetischem Sustainable Aviation Fuel (eSAF), das mit bestehender Flugzeug- und Flughafeninfrastruktur kompatibel ist.
Metafuels wurde 2019 gegründet und adressiert einen der schwierigsten Dekarbonisierungsbereiche überhaupt: die Langstreckenluftfahrt. Während viele Sektoren elektrifiziert werden können, bleibt nachhaltiger Flugtreibstoff einer der realistischsten Wege zur Emissionsreduktion im Luftverkehr. Der Ansatz des Unternehmens basiert darauf, erneuerbares Methanol in Jet Fuel umzuwandeln und dabei hohe Energieeffizienz sowie hohe Produktausbeute zu erreichen. Technologisch verkauft Metafuels weniger ein einzelnes Molekül als vielmehr einen Produktionspfad für nachhaltigen Flugtreibstoff. Der strategische Fokus liegt auf Prozesschemie, Anlagen-Engineering und der Fähigkeit, daraus skalierbare Produktionsprojekte zu entwickeln. Ziel ist es, nachhaltigen Treibstoff zu wettbewerbsfähigen Kosten und in industriellem Maßstab bereitzustellen.
Operativ bewegt sich das Unternehmen derzeit vom Demonstrationsstadium in Richtung kommerzieller Projektentwicklung. Ein wichtiger Meilenstein ist die Zusammenarbeit mit dem Paul Scherrer Institut (PSI), wo eine Pilotanlage aufgebaut wird. Parallel treibt Metafuels grössere Projekte voran, darunter eine geplante Produktionsanlage im Hafen von Rotterdam sowie ein SAF-Projekt in Dänemark. Mit der aktuellen Finanzierung steigt das insgesamt aufgenommene Eigenkapital auf über CHF 27 Mio. Zusätzlich erhielt das Unternehmen öffentliche Fördermittel für die Entwicklung der Pilotanlage. Mit dem neuen Kapital will Metafuels die Industrialisierung seiner Technologie vorantreiben und die nächsten Schritte Richtung kommerzielle Produktionsanlagen umsetzen.
L.E.S.S. - USD 23 Mio. Series C

L.E.S.S. hat eine USD 22 Mio. Series-C-Finanzierung abgeschlossen, um die Industrialisierung seiner Photonics-Technologie weiter zu skalieren. Das Scale-up aus Renens entwickelt ultradünne nanoaktive Faser-Lichtlösungen, die klassische LED-Architekturen in Anwendungen wie Automotive, Machine Vision und Medizintechnik ersetzen sollen.
Das Unternehmen wurde 2012 von Yann Tissot als Spin-off der EPFL gegründet und basiert auf Forschung in Photonik und Mikroengineering. Kern der Technologie ist die Plattform LuxiBright®, bei der ein Laser Licht in eine nanoaktive optische Faser einspeist. Entlang der Faser entstehen dadurch gleichmässig emittierende Lichtpunkte. Im Vergleich zu klassischen LED-Systemen ermöglicht diese Architektur deutlich dünnere Bauformen, weniger Komponenten und höhere Energieeffizienz. Der Ansatz adressiert strukturelle Herausforderungen in mehreren Industrien. In der Automobilbranche etwa begrenzen traditionelle LED-Systeme Designfreiheit, Gewicht und Bauraum. L.E.S.S. verspricht hier signifikante Einsparungen bei Gewicht, Energieverbrauch und Komponentenanzahl. Auch in der industriellen Bildverarbeitung kann präzise und kompakte Beleuchtung ein wichtiger Produktivitätsfaktor sein.
Operativ hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren den typischen Deep-Tech-Weg durchlaufen: von frühen Demonstratoren über Motorsport-Tests bis hin zur ersten Integration in ein Serienfahrzeug. Anfang 2026 wurde die erste Serienanwendung der LuxiBright-Technologie im Hypercar Lanzante 95-59 vorgestellt. Finanziell baut die aktuelle Series C auf mehreren früheren Runden auf, darunter eine Series A im Jahr 2015 und eine grössere Series B im Jahr 2019. Mit der neuen Finanzierung will das Unternehmen die Produktion hochfahren und die Kommerzialisierung seiner Lichttechnologie in Automotive-, Industrie- und Medtech-Märkten beschleunigen.
Transaktionen der Woche

Letzte Woche haben Schweizer Startups mehr als CHF 20 Mio. via Equity Finanzierungsrunden, Loans und Awards aufgenommen:
Seprify - CHF 12.25 Mio. Series A mit Beteiligung von Inter IKEA Group, Una Terra Early Growth Fund, Zürcher Kantonalbank (ZKB), Cambridge Enterprise Ventures und Kickfund.
Hyperscale - EUR 5 Mio. Seed-Runde von World Fund und Vsquared.
Pregnolia - EUR 3.4 Mio. Finanzierung inklusive Grant vom EIC Accelerator.
Axiym - Strategische Investition von Tether.
Nureo, CloudLi-1, TightValve, Dexterous Endoscopes und DeltaSpark - je CHF 0.15 Mio. Grant von Innobooster.
Liquid, Symactiv und MontaConnect - CHF 0.1 Mio. bzw. CHF 50k Award vom First Ventures Fund.
Occlutech - Teil-Exit durch Mehrheitsübernahme (bis zu 55 %) durch Alkem MedTech für EUR 99.4 Mio.
Compass Financial Technologies - Exit durch Übernahme von MSCI.
Blockstrom - Exit an ista Swiss.
Chain4Travel - Exit an Travel Token Marketplace.
Neur.on - Exit an Noxtua.
Vielen Dank fürs Lesen!
Wenn du mehr zu den Themen erfahren willst, kannst du direkt in unsere Burn Rate Folge 86 vom 14. März 2026 auf Spotify oder Apple Podcasts reinhören.
Bleib dran für die nächste Ausgabe des Burn Rate - Der Venture Insider Podcasts und bei unserem Newsletter. Wenn du die Inhalte unseres Newsletter nützlich fandest, leite diesen per Mail an dein Netzwerk weiter. Teile uns gerne mit, welche Themen dich besonders interessieren und schreibe uns an [email protected].
Danke für deine Zeit und Aufmerksamkeit - bis zur nächsten Folge!
Dein Burn Rate Team


