Burn Rate - KW14 Newsletter

Burn Rate - Der Venture Insider Podcast

Hallo und herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe des Burn Rate Newsletters!

In unserem Newsletter fassen wir die spannendsten Themen und Highlights aus unserem wöchentlichen Podcast sowie eine Liste der Transaktionen der Woche für unsere Community zusammen. Wenn du unsere Arbeit bei Burn Rate nützlich findest, teile den Newsletter gerne in deinem Netzwerk.

News der Woche

START Summit 2025 - Der START Summit in St.Gallen versammelte erneut über 7.000 Gründer:innen und Investor:innen und bewies seinen Stellenwert als führende Tech- und Startup-Konferenz Europas. Im Fokus standen Themen wie generative AI, Climate Tech und Defense-Tech. Besonders beeindruckend: der internationale Charakter mit Besuchern wie Sequoia, Accel und Benchmark – letztere sogar mit Matt Cohler vor Ort. Überraschend ist, dass VCs, die früher Militärthemen mieden, plötzlich starkes Interesse an Defense-Tech zeigen. (Start Summit)

23andMe meldet Insolvenz an - Das einst mit 6 Mia. Dollar bewertete DNA-Test Unternehmen 23andMe hat Insolvenz angemeldet. Gründerin Anne Wojcicki, bekannt für die Einführung von Speichel-basierten Gentests für Zuhause, trat als CEO zurück. 23andMe kämpfte mit fehlenden wiederkehrenden Einnahmen und gescheiterten Plänen zur Medikamentenentwicklung. Die auf über 15 Millionen Nutzer angewachsene genetische Datenbank könnte nun verkauft werden. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter, doch die Zukunft bleibt ungewiss. (WSJ)

Perplexity plant Börsengang 2025 - Das US-Scaleup Perplexity, bekannt für seine KI-Suchmaschine, will noch 2025 an die Börse gehen. CEO Aravind Srinivas strebt Milliardenumsätze an und sieht sich als Alternative zu Google. Perplexity nutzt generative KI, um präzise Antworten statt Linklisten zu liefern. TikTok und Nvidia zählen zu den Unterstützern. Der Börsengang könnte helfen, sich gegen Tech-Riesen wie Google durchzusetzen. Aktuell plant Perplexity eine Finanzierungsrunde in Milliardenhöhe bei einer Bewertung von 18 Mia. um das Wachstum zum Börsengang hin weiter zu beschleunigen. (Handelsblatt, Bloomberg)

Quote der Woche:

“I’ve seen almost every phase of technology change since 1980. And I can’t see a change that’s larger in the past than AI.”

Vinod Khosla - Venture Capitalist

Schwerpunktthema - Broken Cap Table

In der Burn Rate Episode 42 diskutieren wir darüber, was eine „Broken Cap Table“ ist – und wie man sie reparieren kann. 

Eine „Broken Cap Table“ beschreibt eine Beteiligungsstruktur in Startups, die durch eine schwierige Historie aus dem Ruder gelaufen ist – etwa durch übermässige Verwässerung der Gründer, zu viele Kleininvestoren oder fehlende Mitarbeiterbeteiligung. Solche Cap Tables schrecken neue Investoren ab, erschweren Finanzierungsrunden und können das Unternehmen langfristig lähmen.

Die Cap Table zeigt, wer wie viele Anteile und Optionen hält und wie sich die Verwässerung der nächsten Finanzierungsrunden auf Aktionäre auswirkt. Problematisch wird es, wenn Gründer früh zu viel Equity abgeben (z. B. an Agenturen oder Berater ohne Vesting), Angels mit Mikroanteilen komplexe Rechte erhalten oder nie ein ESOP-Modell eingeführt wurde. Das führt zu einer schwierigen Corporate Governance und kann neuen Investoren den Eindruck mangelnder unternehmerischer Motivation geben – etwa wenn das Gründerteam zur Series A hin weniger als 30% hält.

Investoren achten besonders auf drei Punkte: 1. Ausreichende Gründerbeteiligung, 2. Klare Eigentümerstruktur und 3. Realistische Poolgrössen für künftige Mitarbeitende. Ist die Cap Table zu unübersichtlich, helfen sogenannte „Cleanups“: Kleinaktionäre oder nicht mehr aktive Gründer werden durch Secondary Sales oder Buybacks herausgekauft oder über Pools gebündelt. Solche Aufräumarbeiten müssen frühzeitig angegangen und bei den Kleinaktionären gut kommuniziert werden, damit vor der nächsten Finanzierung des Unternehmens klare Strukturen vorherrschen. 

Weitere Einblicke erhältst du in der neuesten Folge des Burn Rate Podcasts.

Hörerfrage der Woche - Wie sieht die perfekte E-Mail Ansprache für einen VC aus und was sollte darin stehen?

In der Folge 42 von Burn Rate beantworten wir die Hörerfrage “Wie sieht die perfekte E-Mail Ansprache für einen VC aus und was sollte darin stehen?

Eine überzeugende Mail ist klar, präzise und individuell formuliert – keine langen Romane oder generischen Massenmails. Optimal ist eine persönliche Intro durch einen gemeinsamen Kontakt, aber auch eine gut strukturierte Cold-E-Mail kann überzeugen. Wichtig ist ein klarer Betreff wie „[Startup-Name] – Investment Opportunität| [Stage/KPI]“ sowie ein knackiger Einstieg: „Hallo [Name], ich bin [Name], CEO von [Startup], einem [B2B-SaaS]-Unternehmen im Bereich [bspw. KI-gestützte Finanzanalysen].“ Danach sollten in wenigen Sätzen die wichtigsten Fakten folgen – etwa Umsatzentwicklung, Kundenanzahl oder Wachstum.

Anschliessend sollte man transparent machen, wie viel Kapital aktuell gesucht wird, wofür die Mittel eingesetzt werden und warum genau dieser VC der richtige Partner ist – idealerweise mit Verweis auf bestehende Investments. Zum Abschluss gehört ein klarer Call-to-Action in die Mail, wie z. B. „Hättest du nächste Woche Zeit für einen kurzen Austausch?“ Ebenso wichtig: ein authentischer Ton, Verzicht auf leere Buzzwords und unbedingt das Pitch Deck anhängen. VCs erhalten täglich zahlreiche E-Mails – wer mit Klarheit, Substanz und Relevanz überzeugt, erhöht die Chancen auf eine Antwort und ein Erstgespräch deutlich.

Weitere Inputs zur Vorbereitung der Investorenansprache erhältst du in der neuesten Folge des Burn Rate Podcasts.

Transaktion der Woche - CHF 2 Mio. 1st Closing der Seed Runde vom EPFL Spinoff AICA

Das EPFL-Spin-off AICA hat das erste Closing seiner Seed-Finanzierung abgeschlossen. AICA entwickelt KI-basierte Steuerungssoftware für Industrieroboter, die diesen eine Art "Gefühlssinn" verleiht. AICAs Lösung ermöglicht es Robotern, sich in Echtzeit an äussere Kräfte und variierende Umgebungen anzupassen und das auf einer einfach nutzbaren, hardwareunabhängigen Plattform. Ziel ist es, Automatisierung auch für kleinere Unternehmen zugänglich zu machen – mit geringem Integrationsaufwand und ohne Cloud-Anbindung. Besonderes Potenzial sieht AICA in Bereichen wie Recycling von EV-Batterien, Laborautomatisierung und anderen komplexen, manuell geprägten Prozessen. Kunden wie Schaeffler und Actemium sind derzeit in der Pilotphase. 

AICA hat im Jahr 2023 eine Pre-Seed Runde mit CHF 1.2 Mio. mit SpiceHaus Partners im Lead, dem HTGF und Schaeffler als strategischer Investor aufgenommen. Die aktuelle Seed-Runde wird von Momenta Ventures angeführt und unterstützt von den bestehenden Investoren. Die Runde dürfte über CHF 2 Mio. sein und wird ergänzt mit rund CHF 1 Mio. an Fördermitteln (u. a. Eurostars).

Die Mittel sollen zur Weiterentwicklung der Technologie und zur internationalen Skalierung eingesetzt werden.

Finanzierungsrunden der letzten Woche

Exits / Übernahmen

Vielen Dank fürs Lesen!

Wenn du mehr zu den Themen erfahren willst, kannst du direkt in unsere Burn Rate Folge 42 vom 29. März 2025 auf Spotify oder Apple Podcasts reinhören. 

Bleib dran für die nächste Ausgabe des Burn Rate - Der Venture Insider Podcasts und bei unserem Newsletter. Wenn du die Inhalte unseres Newsletter nützlich fandest, leite diesen per Mail an dein Netzwerk weiter. Teile uns gerne mit, welche Themen dich besonders interessieren und schreibe uns an [email protected]

Danke für deine Zeit und Aufmerksamkeit - bis zur nächsten Folge!

Dein Burn Rate Team