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News der Woche
Diese Woche diskutieren wir in Episode 89 über die folgenden News aus dem Startup und VC-Ökosystem:

Project Switzerland: 10 Scale-ups für globale Expansion ausgewählt - Mit Project Switzerland startet eine neue Initiative zur Skalierung von Schweizer Deep-Tech-Startups. Aus über 160 Nominationen wurden 10 Scale-ups ausgewählt, darunter Corintis, Ledgy, Neustark und Futurae. Ziel ist es, den grössten Schwachpunkt des Ökosystems zu adressieren: die Skalierung. Das Programm verbindet erfahrene Unternehmer mit wachstumsstarken Startups, um Know-how für internationale Expansion zu vermitteln. Die ausgewählten Firmen vereinen über CHF 270 Mio. Funding, 550 Mitarbeitende und starkes Wachstum. Project Switzerland zeigt: Die nächste Generation globaler Tech-Champions ist vorhanden – entscheidend ist nun, sie erfolgreich zu skalieren. (Project Switzerland)
Starmind Exit: AI für implizites Wissen wird strategisch relevant - Das Schweizer AI-Startup Starmind wurde vom US-Unternehmen Capacity übernommen. Starmind entwickelt Technologie, die internes, nicht dokumentiertes Wissen in Organisationen sichtbar macht, indem sie erkennt, welche Mitarbeitenden über spezifisches Know-how verfügen. Mit der Integration erweitert Capacity seine Plattform über klassische Wissensdatenbanken hinaus hin zu sogenannter „human expertise“. Das adressiert ein zentrales Problem moderner AI-Systeme: Nicht dokumentiertes Wissen bleibt unsichtbar. Der Exit zeigt, dass AI-Use-Cases zunehmend über Content hinausgehen und sich auf reale Entscheidungs- und Wissensstrukturen in Unternehmen ausweiten. (Startupticker)
Neuer CEO für die Swiss Startup Association - Michael Stucky wird per April 2026 neuer CEO der Swiss Startup Association und übernimmt damit eine zentrale Rolle im Schweizer Startup-Ökosystem. Als Mitgründer zweier ETH-Spin-offs sowie mit über zehn Jahren Erfahrung in Venture Capital und Innovation bringt er eine seltene Kombination aus operativer und investorenseitiger Perspektive mit. Die Organisation vertritt über 1’800 Mitglieder und setzt sich für bessere Rahmenbedingungen ein – insbesondere beim Zugang zu Kapital, Mitarbeiterbeteiligungen und regulatorischen Themen. Stuckys Ernennung kommt in einer Phase, in der politische Interessenvertretung für Startups zunehmend an Bedeutung gewinnt und die Rolle der Association weiter gestärkt werden soll. (Startupticker)
Quote der Woche:
"By moving AI compute to space, we unlock access to unlimited solar power and completely remove the energy bottleneck."
Schwerpunktthema - Burn Rate Market Snapshot März 2026

Der Schweizer Venture-Markt zeigt im März 2026 eine deutliche Belebung. Insgesamt wurden rund CHF 333 Mio. in 19 Finanzierungsrunden investiert – ein klarer Anstieg gegenüber Februar. Damit summiert sich das investierte Kapital im ersten Quartal auf über CHF 900 Mio. Treiber des Volumens waren vor allem wenige, sehr grosse Runden, allen voran die USD 225 Mio. Series A von Kandou AI. Weitere bedeutende Deals kamen aus den Bereichen MedTech, Space und Crypto.
Auffällig bleibt die starke Rolle internationaler Investoren, die einen Grossteil des Kapitals bereitstellen. Während dies die Attraktivität des Standorts unterstreicht, zeigt sich gleichzeitig eine zunehmende Abhängigkeit von ausländischem Wachstumskapital.
Sektorenseitig dominieren Deep-Tech-Bereiche wie AI, Halbleiter, Space, Robotics und Digital Health. Auch auf Exit-Seite bestätigt sich dieses Bild mit Transaktionen in Robotics, AI und Quantum. Parallel dazu entwickelt sich das Ökosystem strukturell weiter: Die ETH Zürich meldet ein Rekordjahr bei Spin-offs, die Schweiz zählt laut internationalen Rankings zu den stärksten Startup-Ökosystemen Europas, und neue Initiativen wie Kickfund oder Project Switzerland adressieren gezielt das Thema Skalierung.
Auf europäischer Ebene zeigt sich ein ähnliches Muster: stabiler Markt mit selektiver Kapitalallokation. Wenige große Runden – insbesondere in AI-Infrastruktur – dominieren das Geschehen, während breite Aktivität verhalten bleibt. Gleichzeitig entstehen wieder mehr Unicorns, und grosse Programme wie das neue EIF-Investmentvehikel zielen darauf ab, das strukturelle Defizit im Growth-Finanzierungsbereich zu schließen.
Insgesamt wird klar: Kapital ist vorhanden, wird aber gezielt in strategische Technologien allokiert. Deep Tech entwickelt sich damit zunehmend zum dominierenden Investmentthema in Europa.
Wenn ihr mehr Details zum den Marktgeschehnissen im März erfahren wollt, hört rein in die Episode.
Hörerfrage der Woche - Unterschiedliche Bewertungen in einer Finanzierungsrunde

In der Episode 89 beantworten wir eine Hörerfrage von Tobias aus Bern: Warum investieren Anleger in AI-Startups innerhalb derselben Finanzierungsrunde zu unterschiedlichen Bewertungen – ist das effizient oder ein Zeichen für Überhitzung?
Der Hintergrund ist ein starkes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Die besten AI-Startups sind aktuell massiv überzeichnet, während gleichzeitig enorme Mengen Kapital in den Markt drängen. Anstatt Investoren abzuweisen, strukturieren Startups ihre Runden zunehmend flexibel: Früh investierende Lead-Investoren erhalten bessere Konditionen, während spätere Investoren einen Aufpreis zahlen, um Zugang zu bekommen.
Das führt dazu, dass innerhalb derselben Runde unterschiedliche Preise für Anteile existieren. Nach aussen wird meist die höchste Bewertung kommuniziert – was eine starke Signalwirkung für Marktposition, Talentgewinnung und zukünftige Finanzierungen hat.
Auch aus rechtlicher Perspektive ist dieses Modell relevant: Michael Baier, Partner bei unserem Partner Wenger Vieli, betont, dass solche Strukturen grundsätzlich möglich sind, jedoch Transparenz gegenüber allen Investoren sowie eine saubere vertragliche Ausgestaltung entscheidend sind.
Gleichzeitig entsteht Druck: Die kommunizierte Bewertung setzt Erwartungen für zukünftige Runden. Bleibt das Wachstum hinter diesen Erwartungen zurück, drohen Down Rounds.
Insgesamt zeigt sich: Der AI-Markt ist aktuell weniger durch Kapitalmangel geprägt, sondern durch selektive Allokation – mit zunehmend komplexen Deal-Strukturen.
Mehr zum Thema und unsere Einschätzungen findet ihr im Podcast.
Transaktion of the Month

Rivia, ein 2022 gegründetes Zürcher Startup im Bereich Clinical Trial Infrastructure, HealthTech und Agentic AI baut eine zentrale Daten- und Entscheidungsschicht für klinische Studien, indem es fragmentierte Daten aus verschiedenen Systemen integriert, strukturiert und in Echtzeit nutzbar macht. Darauf aufbauend entstehen Anwendungen für Datenqualität, Visualisierung und operative Entscheidungsunterstützung. Ziel ist es, klinische Prozesse effizienter zu machen und Entscheidungen schneller sowie fundierter zu treffen. Bereits heute unterstützt Rivia über 40 klinische Studien in Europa und den USA und arbeitet mit mehreren Biotech-Unternehmen zusammen – ein starkes Signal für frühe Marktvalidierung.
Im März 2026 hat Rivia eine Series A über USD 15 Mio. abgeschlossen, angeführt von Earlybird, mit Beteiligung von Defiant sowie bestehenden Investoren Speedinvest, Amino Collective und Nina Capital. Die Runde folgt auf eine Seed-Finanzierung im Jahr 2024 und bedeutet eine deutliche Bewertungssteigerung. Die Investorenbasis kombiniert Software-, Infrastruktur- und HealthTech-Expertise und unterstreicht die Positionierung von Rivia als vertikaler Infrastruktur-Player im Life-Sciences-Bereich.
Das Kapital wird primär in den Ausbau der Plattform, insbesondere im Bereich agentischer Funktionen, in den weiteren Teamaufbau sowie in die internationale Expansion investiert – mit klarem Fokus auf den US-Markt. Entscheidend wird sein, ob Rivia seine frühe Traktion in skalierbare Vertriebsprozesse übersetzen und sich als Standard-Layer für moderne klinische Studien etablieren kann.
Mehr über die Firma, die Series A und die Bewertungen erfährst du im Podcast.
Transaktionen der Woche

Letzte Woche haben Schweizer Startups und Scale-ups mehr als CHF 12 Mio. via Equity Finanzierungsrunden, Loans, Grants und Awards aufgenommen:
Delta Labs - EUR 4.4 Mio. von Cusp Capital und Auxxo Female Catalyst Fund
Covalo - EUR 3.5 Mio. von Hi inov und bestehenden Investoren.
Lobby - USD 2.2 Mio. von Founderful.
Miros Swiss - CHF 1 Mio. Pre-Seed-Runde von Business Angels.
cohaga - Investment von privaten Investoren mit siebenstelligem Betrag.
Oomnium - CHF 0.9 Mio. Finanzierungsrunde über die eigene Plattform.
DeltaSpark - CHF 0.15 Mio. Grant von Venture Kick.
Artificialy - Investment von UBS, Betrag nicht offengelegt.
Gaisbock - Investment von Marco Odermatt, Betrag nicht offengelegt.
Exits
Vielen Dank fürs Lesen!
Wenn du mehr zu den Themen erfahren willst, kannst du direkt in unsere Burn Rate Folge 89 vom 4. April 2026 auf Spotify oder Apple Podcasts reinhören.
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