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News der Woche
Diese Woche diskutieren wir in Episode 92 über die folgenden News aus dem Startup und VC-Ökosystem:

Schweiz führend bei KI-Talenten, schwächer bei Kapital - Die Schweiz liegt laut dem aktuellen Bericht des Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence weltweit auf Platz eins bei KI-Talenten pro Kopf. Mit über 110 Forschenden und Entwicklern pro 100’000 Einwohner zeigt sich die starke Position in Forschung und Ausbildung. Gleichzeitig hinkt das Land bei Investitionen hinterher und belegt global nur Rang 14. Während die USA und grössere europäische Märkte deutlich mehr Kapital anziehen, steigt die KI-Nutzung in der Schweiz überdurchschnittlich. Die zentrale Herausforderung bleibt damit: Spitzenforschung stärker in skalierbare Unternehmen und globale Technologieführerschaft zu überführen. (Stanford)
Schweizer Gründer im Forbes 30 Under 30 Ranking - Zwölf Persönlichkeiten aus dem Schweizer Startup-Ökosystem wurden in die renommierte Forbes 30 Under 30 Europe Liste 2026 aufgenommen. Die ausgezeichneten Gründer arbeiten an Lösungen in Bereichen wie KI, Robotik, Digital Health und Industrieautomation. Besonders auffällig: Zürich ist nach London der zweitwichtigste Standort der gelisteten Talente in Europa. Vertreten sind unter anderem Startups wie RTDT Laboratories, Roboa oder Arqh. Die Auswahl unterstreicht die wachsende Bedeutung der Schweiz als Innovationshub – insbesondere im Deep-Tech-Bereich mit starker Verbindung zwischen Forschung und Unternehmertum. (Forbes)
Goldman Sachs investiert in BLP Digital - BLP Digital, das Zürcher AI-Scale-up hat eine USD 50 Mio. Secondary-Transaktion mit Goldman Sachs Alternatives abgeschlossen. BLP Digital entwickelt AI-Agenten zur Automatisierung von ERP- und Finanzprozessen wie Accounts Payable und zählt bereits über 450 Unternehmenskunden in mehr als 40 Ländern. Die Transaktion unterstreicht die starke Traktion, profitable Wachstumsdynamik und die Positionierung des Unternehmens im Bereich AI-gestützter Enterprise-Automation. (Startupticker)
Quote der Woche:
"You should burn rockets, you should crash them, you learn way more that way."
Schwerpunktthema - CV VC Top 50 Report

In dieser Folge von Burn Rate diskutieren wir mit Mathias Ruch über die Entwicklungen im Crypto Valley und die neusten Erkenntnisse aus dem CVVC Crypto Valley Top 50 Report. Das Crypto Valley rund um Zug bestätigt seine Rolle als führender Blockchain-Hub Europas und zeigt gleichzeitig einen klaren strukturellen Wandel. Laut aktuellem CV VC Report flossen 2025 rund 728 Millionen US-Dollar Venture Capital in Blockchain-Unternehmen aus der Schweiz. Das entspricht beeindruckenden 47 % des gesamten europäischen Blockchain-Fundings. Kaum ein anderer Standort weist eine vergleichbare Konzentration von Kapital und Know-how auf.
Doch die Entwicklung ist weniger von Hype geprägt als noch in früheren Jahren. Der Markt tritt zunehmend in eine Reifephase ein: Die Anzahl der Deals ist rückläufig, während die durchschnittlichen Ticketgrössen steigen. Kapital wird selektiver eingesetzt und fliesst verstärkt in Projekte mit klarer technologischer Substanz, belastbaren Geschäftsmodellen und konkreten Anwendungsfällen. Das Crypto Valley entwickelt sich damit von einem explorativen Innovationsraum hin zu einem strukturierten Infrastruktur-Ökosystem.
Auch auf Unternehmensebene zeigt sich diese Verschiebung. Ende 2025 zählt das Ökosystem rund 1’766 aktive Unternehmen ein Wachstum von 134 % seit 2020. Gleichzeitig hat sich die Dynamik deutlich verlangsamt, was auf Konsolidierung und steigende Qualitätsanforderungen hindeutet. Inhaltlich verschiebt sich der Fokus weg von reinen Token- und Spekulationsmodellen hin zu Infrastruktur, Finanzdienstleistungen und technologiebasierten Plattformen.
Diese Entwicklung stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. Faktoren wie regulatorische Klarheit, Zugang zu Kapital, eine hohe Dichte an spezialisierten Dienstleistern sowie die enge Verzahnung von Technologie, Finanzindustrie und Recht schaffen ein einzigartiges Umfeld. Während globale Hubs wie Singapur oder Dubai aufholen, bleibt das Crypto Valley ein zentraler Ankerpunkt für institutionelle Blockchain-Anwendungen.
Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre lautet: Kann die Schweiz diese Position nicht nur halten, sondern in nachhaltige globale Marktführerschaft übersetzen, insbesondere in Bereichen wie tokenisierte Assets, Infrastruktur und der Schnittstelle zu AI?
Wenn ihr unsere Diskussion mit Mathias hören und mehr zur Entwicklung des Crypto Valleys erfahren wollt, hört rein in die Episode.
(CVVC) ©CVVC
Hörerfrage der Woche - One-Person-Unicorn: Mythos oder neue Realität?

In der Episode 91 beantworten wir eine Hörerfrage von Serge: Sehen wir mit AI den Aufstieg von „One-Person-Unicorns“, also Milliardenfirmen, die von einer einzelnen Person aufgebaut werden? Auslöser ist der Fall von Medvi, einem US-Startup, das mit minimalem Team, starkem AI-Einsatz und externer Infrastruktur in kurzer Zeit massiv gewachsen sein soll.
Der Case zeigt eindrücklich, wie stark AI die Produktivität einzelner Gründer hebeln kann. Aufgaben wie Softwareentwicklung, Marketing, Kundenservice oder interne Analysen lassen sich heute zu grossen Teilen automatisieren oder mit wenigen Tools abdecken. Gleichzeitig wird klar: Hinter scheinbar „leanen“ Firmen steht oft ein ganzes Netzwerk aus Plattformen, Partnern und Dienstleistern. Es handelt sich weniger um echte Solo-Unternehmen, sondern um stark entbündelte Organisationen.
Gleichzeitig bringt dieses Modell neue Risiken mit sich. Gerade in regulierten Bereichen wie HealthTech zeigen sich schnell Schwächen bei Qualitätssicherung, Compliance und Kontrolle. Fälle wie fehlerhafte AI-Kommunikation oder regulatorische Probleme machen deutlich: Geschwindigkeit ersetzt keine Governance.
Die zentrale Erkenntnis: AI ermöglicht es, mit sehr kleinen Teams deutlich schneller und effizienter Unternehmen aufzubauen. Die Frühphase wird massiv komprimiert – weniger Kapital, weniger Leute, mehr Geschwindigkeit. Der „One-Person-Unicorn“ bleibt jedoch eher die Ausnahme. Die eigentliche Veränderung liegt darin, dass Unternehmen erst viel später skalieren müssen – personell wie strukturell.
(NYT)
Mehr zum Thema und unsere Einschätzungen findet ihr im Podcast.
Transaktionen der Woche

Deals im Fokus in der aktuellen Burn Rate Episode
Daphne Technology – Das Schweizer Climate-Tech-Unternehmen hat ein erstes Closing über CHF 15 Mio. abgeschlossen, angeführt von Taranis, mit Beteiligung von Shell Ventures und Trafigura. Daphne entwickelt Methan-Reduktionssysteme für Gasmotoren, um Emissionen in der Energieindustrie signifikant zu senken und regulatorische Anforderungen zu adressieren. (Startupticker)
Cosaic – Das Schweizer Food-Biotech-Startup hat eine USD 6 Mio. Seed-Extension abgeschlossen. Die Runde bringt strategische und finanzielle Investoren zusammen, darunter dsm-firmenich Ventures, Kickfund, ein Schweizer Family Office sowie bestehende Investoren wie Navus Ventures und die Zürcher Kantonalbank. Cosaic entwickelt hefebasierte Food Ingredients, die mehrere funktionale Eigenschaften wie Cremigkeit, Stabilität und Formulierungsfunktionalität in einem Produkt vereinen. (Startupticker)
Planetary – Das Schweizer Fermentation-Scale-up hat eine Series-A-Runde über CHF 16 Mio. Equity abgeschlossen, ergänzt durch CHF 6 Mio. Fremdkapital. Die Runde wurde von Radikal Capital und Oetker Ventures angeführt, mit Beteiligung von Royal Cosun, arc investors, Green Generation Fund, Astanor Ventures, XAnge und weiteren Investoren. Planetary entwickelt eine Full-Stack-Fermentationsplattform, die agroindustrielle Nebenströme in höherwertige Proteine, Fasern und Enzyme umwandelt und sowohl als Technologie- als auch Infrastruktur-Layer für die Fermentationsindustrie positioniert ist. (Startupticker)
Letzte Woche haben Schweizer Startups und Scale-ups mehr als CHF 86 Mio. via Equity Finanzierungsrunden (inkl. Secondaries), Loans, Grants und Awards aufgenommen:
BLP Digital - USD 50 Mio. Secondary-Transaktion mit Goldman Sachs.
Planetary - CHF 16 Mio. Series A von Radikal Capital und Oetker Ventures, ergänzt durch CHF 6 Mio. Fremdkapital, mit Beteiligung von Royal Cosun, arc investors, Green Generation Fund, AgriFoodTech Venture Alliance, Astanor Ventures und XAnge.
Daphne Technology - CHF 15 Mio. Finanzierungsrunde von Taranis, Shell Ventures und Trafigura.
Cosaic - USD 6 Mio. Seed-Extension von dsm-firmenich Ventures, Kickfund, einem Schweizer Family Office, Navus Ventures und Zürcher Kantonalbank.
Kemaro - USD 5 Mio. im pre-Closing der Series B.
Bubble Robotics - USD 5 Mio pre-Seed von Episode 1 Ventures, Asterion Ventures und Norrskeen Evolve.
Parkn'Sleep - CHF 600k Public Funding Round über Oomnium.
nureo - CHF 150k Grant von Venture Kick.
Unbound Medical Technologies - CHF 100k Grant von FIF Seed.
Precise Intelligence - CHF 50k Grant von FIF Seed.
Ystorian - CHF 50k. Grant von FIF Seed.
Exits
Zeitungshaus wurde von Interact Media Group übernommen.
Polariton wurde von Marvell Technology übernommen.
Die Assets von 9T Labs wurden von Biwi übernommen.
Vielen Dank fürs Lesen!
Wenn du mehr zu den Themen erfahren willst, kannst du direkt in unsere Burn Rate Folge 92 vom 25. April 2026 auf Spotify oder Apple Podcasts reinhören.
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