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News der Woche
Diese Woche diskutieren wir in Episode 93 über die folgenden News aus dem Startup und VC-Ökosystem:

Physical AI: Zürich auf Platz 2 in Europa – Laut einer aktuellen Analyse von Sifted sind in den letzten zwei Jahren rund 7 Milliarden Euro in europäische Physical-AI-Startups geflossen, also in Unternehmen, die KI in der physischen Welt anwenden: Robotik, industrielle Automatisierung, autonome Systeme, Chips und Advanced Materials. Besonders bemerkenswert aus Schweizer Sicht: Zürich liegt im europäischen Ranking auf Platz zwei bei der Anzahl Deals – mit 25 Deals und 241 Millionen Euro Funding. Nur London liegt vorne. Die Stärke der Schweiz in Engineering, Präzision, Robotik und Medtech macht Physical AI zu einem natürlichen Schwerpunkt. Die spannendsten Schweizer AI-Startups könnten eher aus der Verbindung von AI und realer Welt kommen als aus der nächsten Chatbot-App. (Sifted)
vVARDIS erreicht Unicorn-Status – Das Zuger Dental-Medtech-Unternehmen vVARDIS hat eine strategische Minderheitsinvestition von Apollo-managed funds erhalten und wird damit mit über einer Milliarde Dollar bewertet. vVARDIS entwickelt mit Curodont eine nicht-invasive Behandlung für frühe Karies auf Basis peptidehaltiger Formulierungen, die die Remineralisierung des Zahnschmelzes unterstützen. Seit dem US-Launch wurde das Produkt bei rund 3 Millionen Zähnen eingesetzt und ist in knapp 20 Prozent der allgemeinen Zahnarztpraxen präsent. Die Gründerinnen und Co-CEOs Dr. Haley und Dr. Goly Abivardi behalten eine substanzielle Mehrheit am Unternehmen. Ein starkes Signal dafür, dass Schweizer Deeptech- und Medtech-Unternehmen über Forschung, klinische Evidenz und Kommerzialisierung skalieren können. (Startupticker)
US-Seed-Markt: Grössere Runden, härteres Fundraising – Laut Crunchbase hat sich der US-Seed-Markt stark verändert: Kleinere Pre-Seed- und Seed-Runden unter 5 Millionen Dollar sind 2025 um rund 20 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig fliesst mehr als die Hälfte des Seed-Kapitals inzwischen in Runden von 10 Millionen Dollar oder mehr. Das Ergebnis ist eine klare Zweiteilung: Startups mit starken AI-Teams, schnellem Wachstum oder bekannten Gründern raisen riesige Seed-Runden. Für die grosse Mehrheit wird Fundraising deutlich härter. Die zentrale Erkenntnis: Es war noch nie so einfach, ein Produkt zu bauen – und noch nie so schwer, ein Business zu bauen. (Crunchbase)
Quote der Woche:
"The AI economy is healthy, the bear thesis is garbage."
Schwerpunktthema - Vibe VC: Frühphasen-Investing in der Vibe-Coding-Ära

In dieser Folge von Burn Rate sprechen wir mit Oliver Flückiger von Vibe VC über eine fundamentale Veränderung im Frühphasen-Investing: Was passiert, wenn ein MVP nicht mehr Monate, sondern manchmal nur noch Tage braucht?
Vibe VC investiert in eine neue Generation von Startups: Unternehmen, die mit AI-Tools, Vibe Coding und agent-native Workflows in extrem kurzer Zeit Produkte bauen, testen und weiterentwickeln. Das verändert nicht nur, wie Startups gebaut werden, sondern auch, wie sie bewertet und finanziert werden.
Im Gespräch diskutieren wir insbesondere vier Themen: erstens die Struktur und Investmentlogik von Vibe VC, zweitens die Frage, was ein vibe-codiertes Startup investierbar macht, jenseits von Pitch Deck und Demo, drittens die Rolle von Distribution und Kundenzugang als neuer Moat, wenn Produktbau demokratisiert wird, und viertens die typischen Red Flags bei agent-native Startups, selbst wenn das Produkt auf den ersten Blick funktioniert.
Die zentrale Erkenntnis: Vibe Coding demokratisiert das Bauen, aber nicht das Gewinnen. Wenn jeder schnell ein MVP bauen kann, verschiebt sich die entscheidende Frage von „Kann das Team bauen?" zu „Kann das Team verkaufen?" Geschwindigkeit allein ist kein Differenzierungsmerkmal mehr. Was zählt, sind Distribution, Daten, Kundenzugang und die Fähigkeit, aus einem schnellen Prototypen ein echtes Geschäft zu machen.
Wenn ihr mehr über unsere Diskussion mit Oliver erfahren wollt, hört rein in die Episode.
Hörerfrage der Woche - Wie wird man ein guter VC?

In Episode 93 beantworten wir eine Hörerfrage von Steffi aus Freiburg: Wie wird man eigentlich ein guter Venture-Capital-Investor und ist der direkte Einstieg in VC wirklich der beste Weg?
VC wirkt nach aussen oft wie eine klare Karriere: Analystin, Associate, Principal, Partnerin. In der Praxis ist es deutlich komplizierter. VC-Fonds sind kleine Organisationen mit wenigen Partnerplätzen und ohne standardisierte Karrierearchitektur. Der Weg zur Partnerschaft kann acht bis zehn Jahre dauern und ist nicht garantiert.
Unsere Einschätzung: Operative Startup-Erfahrung ist für viele Profile ein sehr guter Weg. Wer selbst in einem Startup gearbeitet hat, versteht intuitiver, wie schwer Hiring, Produktentscheidungen, Sales-Zyklen und Pivots wirklich sind. VC ist kein rein analytischer Job – es braucht Empathie, Gespür und das Verständnis dafür, wie frühe Märkte tatsächlich entstehen.
Für Junior-Profile, die direkt in VC einsteigen, ist entscheidend: Bekomme ich echte Deal-Verantwortung? Darf ich Themen selbst aufbauen? Werde ich bei Investments sichtbar? Oder bin ich vor allem im Screening- und Research-Modus? Wer langfristig Partnerin oder Partner werden will, sollte weniger auf den Titel „VC" optimieren und stärker darauf, eine Perspektive aufzubauen, die später für einen Fonds wirklich wertvoll ist – ob durch operative Erfahrung, tiefe Domain-Expertise oder echte Gründerbeziehungen.
Mehr zum Thema und unsere Einschätzungen findet ihr im Podcast.
Transaktionen der Woche

Deals im Fokus in der aktuellen Burn Rate Episode
Bubble Robotics – Das Robotics-Startup aus Dübendorf hat eine Pre-Seed-Runde über USD 5 Mio. abgeschlossen, angeführt von Episode 1 Ventures, Asterion Ventures und Norrsken Evolve. Bubble Robotics baut autonome Robotersysteme für den Dauereinsatz auf See, statt einzelne Missionen mit Schiffen und Crews sollen die Systeme 24/7 Inspektionen, Monitoring und Datensammlung übernehmen. (Startupticker)
9T Labs / Biwi – Biwi, ein Unternehmen aus dem Schweizer Jura, hat sämtliche Assets und Patente von 9T Labs übernommen, einem Zürcher Deeptech-Startup für additive Fertigung mit Endlos-Carbonfasern, das sich seit November 2025 in Liquidation befindet. (Startupticker)
Bug Bounty Switzerland – Das Luzerner Cybersecurity-Startup hat eine Series-A-Runde über CHF 12 Mio. abgeschlossen, angeführt von Direttissima Growth Partners mit gleichwertiger Beteiligung der Deutschen Beteiligungs AG. Bug Bounty Switzerland baut einen KI-gestützten Cyber Resilience Shield, der AI-Orchestrierung, offensive AI-Agenten und eine globale Community von über 16'000 ethischen Hackern kombiniert. (Startupticker)
Polariton Technologies – Das Schweizer Photonics-Startup wurde von Marvell Technology übernommen. Polariton entwickelt plasmonics-basierte Silicon-Photonics-Komponenten für Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung in AI-Rechenzentren. Der Exit zeigt, wie Schweizer Deep-Tech in globale Halbleiter-Roadmaps integriert wird. (Startupticker)
Letzte Woche haben Schweizer Startups und Scale-ups mehr als CHF 47 Mio. via Equity Finanzierungsrunden (inkl. Secondaries), Loans, Grants und Awards aufgenommen:
vVARDIS - Strategisches Minderheitsinvestment von Apollo-managed funds (Betrag nicht offengelegt). Unicorn-Status erreicht.
Bug Bounty Switzerland - CHF 12 Mio. Series A von Direttissima Growth Partners und Deutsche Beteiligungs AG.
BioCopy - CHF 9 Mio. als Teil der Series A.
Bubble Robotics - USD 5 Mio. Pre-Seed-Runde von Episode 1 Ventures, Asterion Ventures und Norrsken Evolve.
Mosaic - USD 3.8 Mio. pre-Seed von Founderful und Kickfund.
Ferrosa - USD 3.5 Mio. Seed-Runde von Forty51 Ventures.
Alp Bio - CHF 1.75 Mio. Pre-Seed-Runde von 42CAP, Ajira Ventures, Venture Kick und Business Angels.
Mabylon - EUR 1.46 Mio. Grant von Eureka Network.
Allegria Therapeutics - EUR 1.3 Mio. Grant von Eureka Network.
Neology - USD 0.5 Mio. Prize von Sustainable Cities Challenge (Toyota Mobility Foundation).
Qendra - CHF 150k Grant von Venture Kick.
Oomnium - CHF 150k. Loan von Innovationsfonds.
Upwater - CHF 140k. Loan von Innovationsfonds.
Terrabloc - CHF 100k Loan von Innovationsfonds.
Toolbike - CHF 100k Loan von Innovationsfonds.
Malaica - CHF 100k Loan von Innovationsfonds.
Voltiris - CHF 75k Loan von Innovationsfonds.
Alivion - EUR 60k Grant von Eureka Network.
Findmee - CHF 50k Grant von Innovationsstrategie Graubünden.
Social Ecosystems - CHF 50k Loan von Innovationsfonds.
Field Food - CHF 50k Loan von Innovationsfonds.
Exits
9T Labs / Biwi - Asset- und Patent-Übernahme (kein Equity-Deal).
Vielen Dank fürs Lesen!
Wenn du mehr zu den Themen erfahren willst, kannst du direkt in unsere Burn Rate Folge 93 vom 2. Mai 2026 auf Spotify oder Apple Podcasts reinhören.
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