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In unserem Newsletter fassen wir die spannendsten Themen und Highlights aus unserem wöchentlichen Podcast sowie eine Liste der Transaktionen der Woche für unsere Community zusammen. Wenn du unsere Arbeit bei Burn Rate nützlich findest, teile den Newsletter gerne in deinem Netzwerk.

News der Woche

Diese Woche diskutieren wir in Episode 80 über die folgenden News aus dem Startup und VC-Ökosystem:

ETH Deep Tech Summit 2026 - Der ETH Deep Tech Summit hat eindrücklich gezeigt, wie stark und gereift die Schweizer Deep-Tech-Pipeline inzwischen ist. Mit über 1’000 Teilnehmenden und rund 100 Spin-offs aus ETH, EPFL, PSI und EMPA war der Anlass hervorragend organisiert und inhaltlich hochkarätig besetzt - unter anderem mit Stimmen wie Klaus Hommels und Fiona Murray (NATO Innovation Fund). Besonders auffällig war die Reife vieler Gründerteams: Statt reiner Technologie-Narrative standen Marktverständnis, Industrialisierung, LOIs, POCs und erste Kunden im Fokus.

Schweizer VCs laden nach: b2venture und Vi Partners mit frischem Kapital - Zwei der etablierten Venture-Capital-Plattformen der Schweiz senden ein starkes Signal an den Markt. b2venture hat seinen grössten Early-Stage-Fonds bisher geschlossen: Fund V mit EUR 150 Mio., geplant für rund 35 Pre-Seed- und Seed-Investments in ganz Europa. Sie setzen weiterhin stark auf das eigene Netzwerk von über 350 Angels als zentralen Sourcing- und Value-Add-Hebel. Parallel dazu hat Vi Partners das First Closing seines neuen CHF 150 Mio. Fonds abgeschlossen, mit Fokus auf Series A sowie frühe Technologie- und Healthcare-Investments - und das trotz anspruchsvollem Fundraising-Umfeld mit starkem Rückhalt bestehender LPs. (Startupticker | Startupticker)

Schweiz gehört weltweit zur Spitze bei VC-Investitionen pro Kopf - Neue Daten von PitchBook zeigen, dass die Schweiz weltweit zu den führenden Ländern bei Venture-Capital-Investitionen pro Kopf gehört - in einer Liga mit den USA und Singapur. Während die USA ihre Spitzenposition vor allem durch AI-Megadeals erreicht haben, ist Europas Stärke zunehmend breiter abgestützt. Sechs der globalen Top-10-Länder stammen inzwischen aus Europa, mit der Schweiz als besonders stabilem Vertreter. Entscheidend: Die hohe Platzierung der Schweiz basiert nicht auf einzelnen Ausreisser-Deals, sondern auf einer kontinuierlich hohen Investitionsdichte in Deep Tech, Life Sciences, Robotics und AI - ein klares Zeichen für die strukturelle Stärke und Effizienz des Schweizer VC-Ökosystems. (PitchBook)

Milliarden für KI-Labs ohne Produkt und Umsatz - Ein aktueller Artikel des Wall Street Journal beschreibt einen neuen, extremen Trend im KI-Markt: Investoren stecken Milliarden in sogenannte AI-Neolabs - Forschungs-Startups ohne Produkt, ohne Umsatz und oft ohne klaren Go-to-Market-Plan. Finanziert wird nicht ein Geschäftsmodell, sondern die Hoffnung auf einen fundamentalen architektonischen Durchbruch jenseits heutiger Modelle wie ChatGPT oder Claude. Für VCs ist das eine Wette auf extreme Asymmetrie: Ein einziger Erfolg kann einen Fonds rechtfertigen, Scheitern bedeutet Totalverlust. Der Trend zeigt sowohl den enormen Glauben an KI als auch die wachsende Entkopplung von Forschung und Marktrealität. (WSJ)

Quote der Woche:

“Venture Capital is ultimately a people business”

Jan-Hendrik Bürk, Partner bei b2venture

Schwerpunktthema - Waterfall im Venture Capital

In der aktuellen Episode haben wir das Thema Waterfall im Venture Capital aufgegriffen, um aufzuzeigen, dass bei Exits nicht die öffentlich kommunizierte Bewertung - also die Schlagzeile - entscheidend ist, sondern die vertraglichen Details in der Cap Table.

Anlass war der Verkauf von Brex für USD 5.15 Mia., ein Exit, der deutlich unter der letzten privaten Bewertung lag und damit exemplarisch zeigt, wie stark Exit-Realität und Bewertungsnarrative auseinanderfallen können.

Im Fokus stand dabei das Waterfall-Prinzip: Es beschreibt die Reihenfolge und Logik, nach der Verkaufserlöse im Exit-Fall verteilt werden. Massgeblich sind nicht die zuletzt aufgerufenen Bewertungen, sondern die Bedingungen, zu denen Kapital aufgenommen wurde. Frühere Investoren sind häufig zu niedrigen Bewertungen und mit einfachen Beteiligungsstrukturen eingestiegen, während spätere Finanzierungsrunden oft mit Liquidationspräferenzen und weiteren Schutzklauseln versehen sind. Diese vertraglichen Regelungen entscheiden darüber, wer zuerst Geld zurückerhält, in welcher Höhe und wer erst danach - oder im Extremfall gar nicht - partizipiert.

In der Episode zeigen wir auf, warum ein Exit unter der letzten Bewertung dennoch kein Verlustgeschäft sein muss und warum umgekehrt ein scheinbar grosser Exit für einzelne Investoren oder Mitarbeitende enttäuschend ausfallen kann. Der Brex-Case dient dabei als konkretes Beispiel für eine breitere Entwicklung der letzten Jahre, insbesondere bei hoch bewerteten Growth-Runden aus den Jahren 2020-2022.

Fazit der Diskussion: Für Gründer, Investoren und Mitarbeitende ist es entscheidend, nicht nur auf Bewertungen zu schauen, sondern die Struktur der Beteiligungen und die Bedingungen im Shareholder Agreement zu verstehen.

Wenn du tiefer in das Thema Waterfall, Cap Tables und Exit-Mechaniken eintauchen willst, hör rein in die Episode 80 von Burn Rate - Der Venture Insider Podcast.

Hörerfrage der Woche - Was ist ein Zombie-VC Fund?

In der Episode 80 von Burn Rate beantworten wir die Hörerfrage von Rolf aus Wettingen zum Begriff Zombie Funds und ordnen ein, ob es sich dabei um ein temporäres Phänomen oder um ein strukturelles Problem im Venture-Capital-Markt handelt.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die Zahl der VC-Firmen in den USA zwar weiter gestiegen ist, gleichzeitig aber die Anzahl aktiver Fonds erstmals seit über zehn Jahren sinkt. Als aktiv gelten dabei nur Fonds, die in den letzten vier Jahren mindestens eine bepreiste Finanzierungsrunde umgesetzt haben.

Zombie-Fonds sind Vehikel, die formal weiterexistieren, ihr bestehendes Portfolio verwalten und Management Fees beziehen, jedoch kaum noch neue Investments tätigen können und realistisch keine Aussicht auf einen Folgefonds haben. Besonders betroffen sind junge Fonds aus der Niedrigzinsphase, denen heute Track Record, Differenzierung oder belastbare LP-Anker fehlen. Der Markt befindet sich damit nicht nur in einer zyklischen Abkühlung, sondern in einer strukturellen Bereinigung, bei der Kapital zunehmend zu etablierten Plattformen mit nachgewiesenen Exits und klarer Positionierung fliesst.

Für Gründer hat diese Entwicklung konkrete Konsequenzen. Zombie-Fonds agieren häufig langsam, sind zurückhaltend bei Follow-on-Finanzierungen und erhöhen damit die Unsicherheit in Finanzierungsrunden. Entscheidend wird daher nicht nur, ob ein Investor Kapital hat, sondern ob er langfristig investitionsfähig bleibt. Einzelne Exits können kurzfristig Liquidität schaffen, reichen jedoch nicht aus, um das strukturelle Problem zu lösen. Der Markt wird sich weiter konsolidieren.

Wenn du mehr zum Thema Zombie-Fonds, Marktbereinigung und ihre Auswirkungen auf Gründer und Investoren erfahren willst, hör rein in die aktuelle Episode von Burn Rate - Der Venture Insider Podcast.

Transaktionen der Woche

Deals im Fokus der Burn Rate Episode 80:

  • Oviva - Das Digitalhealth-Startup hat eine USD 220 Mio. Series-D-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Runde wurde von Kinnevik angeführt, mit Beteiligung von Temasek, Sofina, Planet First Partners, A.P. Moller Holding, Norrsken VC, Lunate und EGS Beteiligungen. Oviva ist ein führender europäischer Anbieter digitaler Versorgung für Adipositas und chronische Erkrankungen. Das Kapital wird für die internationale Expansion, die Ausweitung auf weitere Krankheitsbilder sowie den Ausbau der KI-gestützten Plattform eingesetzt.

  • TECH5 - Der Pionier auf dem Gebiet der Biometrie und des digitalen Identitätsmanagements hat sich mehrere Millionen US-Dollar an nicht-verwässerndem Growth Capital gesichert. Das Wachstumskapital stammt von Salica Investments und dient der internationalen Expansion. Tech5 entwickelt KI-basierte biometrische und digitale Identitätslösungen für Staaten und Unternehmen. Die Plattform T5-OmniTrust ist bereits in Ländern wie Honduras, Papua-Neuguinea und Äthiopien im Einsatz.

  • Sparkli - Das Zürcher Edtech-Startup hat eine Pre-Seed-Runde über USD 5 Mio. abgeschlossen. Die Runde wurde von Founderful angeführt. Sparkli entwickelt eine KI-basierte Lernplattform für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren, mit Fokus auf Neugier, Eigeninitiative und interaktive Lernformate. Mit dem Kapital skaliert Sparkli seine generative Learning Engine und bereitet den Private-Beta-Launch vor. Aktuell wird das Produkt in einem Pilotprojekt mit einer grossen internationalen Schulgruppe validiert.

Letzte Woche haben Schweizer Startups und Scale-ups mehr als CHF 79 Mio. via Equity Finanzierungsrunden, Loans, Grants und Awards aufgenommen:

Akquisitionen:

Vielen Dank fürs Lesen!

Wenn du mehr zu den Themen erfahren willst, kannst du direkt in unsere Burn Rate Folge 80 vom 31. Januar 2026 auf Spotify oder Apple Podcasts reinhören. 

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Dein Burn Rate Team

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